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  • stefaniehauser8

"Mein Interview mit einer Home Stagerin"



Als ehemalige Immobilienmaklerin habe ich in den letzten Jahren schon zahlreiche Objekte besichtigt. Viel "Schöne" und einige "weniger Schöne". Mit dem Thema Home Staging hatte ich mich bei den "weniger Schönen" Objekten schon öfter beschäftigt. Doch war die Kostenübernahme immer etwas schwierig. Eigentümer hatten den Sinn nicht gesehen, weil sie sich ja jahrelang in ihrem Zuhause wohl gefühlt hatten, als damals angestellte Maklerin gingen mir die Einnahmen nicht komplett zu, die Kosten hätte ich trotzdem ganz tragen müssen. Daher kam ich leider nie in den Genuss das Home Staging mal auszuprobieren. Dabei hatte ich einige Objekte, wo ich mir sicher gewesen wäre, dass ein Home Staging sich positiv auf den Kaufpreis und/oder der Vermarktungszeit ausgewirkt hätte. Ob es nun die leerstehende luxeriöse Doppelhaushälfte war, das große geräumige Haus aus den 80igern oder das Messihaus, was erstmal entrümpelt werden musste. Aber auch für meine Neubauprojekte wäre ein Home Staging für eine Musterwohnung sicherlich interessant gewesen. Auch heute fehlt einigen Käufern die Vorstellungskraft, sich das Haus so vorzustellen, wie es mal aussehen könnte bzw. was man daraus machen kann. Ich hatte es immer vor meinem geistigen Auge und konnte es gut vermitteln, eine begehbare Darstellung wäre aber noch hilfreicher gewesen. Ich lebe selber in einem freistehenden Einfamilienhaus, in dem ich mich sehr wohl fühle. Ich weiß aber auch, dass die Trends sich auf dem Markt immer wandeln und heute schonwieder etwas anderes "IN" ist, als es vor 10 Jahren war. Sollte ich das Haus mal verkaufen, würde ich es selbst machen und einen Stager beauftragen, um den Wow Effekt ins Haus zu bringen. Oder mir einen Makler suchen, der ein Staging in der Maklerprovision inkludiert hat.

Da sich der Immobilienmarkt gerade wandelt und Verkäufer nun wieder Käufer für ihre Objekte werben müssen, ist das Thema Home Staging, aus meiner Sicht, ein ganz wichtiger Punkt, wenn man seine Immobilie zu einem guten Preis verkaufen, optimal präsentieren und nicht lange anbieten möchte.

Ich stehe derzeit mit 2 Home Stagerinnen, die zauberhafte Arbeit machen, im Austausch.


Eine davon ist Dorothee Runnebohm von www.dr-my-homestaging.de aus Bremen

Und da sicherlich Viele, inklusive mir, über das Thema Home Staging noch zu wenig wissen, habe ich Dorothee Runnebohm um ein Videointerview gebeten, dem sie sehr gerne zustimmte.

Hauser-Immobilienberatung: "Dorothee, ich möchte gerne mehr über das Thema Home Staging wissen, um es auch meinen Kunden näher zu bringen. Was würdest du sagen sind die 3 wichtigsten Punkte, die ein Home Staging ausmachen?"

Dorothee: "Die 3 Hauptpunkte sind aus meiner Sicht: Aufmerksamkeit erzielen. Die tollen Immobilienfotos heben sich deutlich ab. Viele Makler berichten über höhere Klickzahlen im Vergleich zu nicht gestagten Immobilien. Der Wunsch, diese Immobilie auch in Echt sehen zu wollen ist deutlich größer. Emotionen wecken. Im Idealfall sollte eine gestagte Immobilie so aussehen, dass man sofort einziehen möchte. Die Käufer sollen sich in jedem Raum vorstellen können, wie es sein könnte dort zu wohnen. Möbel und Dekoration sind abgestimmt auf die Zielgruppe, lassen aber noch genügend Raum für eigene Fantasien. Kaufwunsch auslösen. Dieser resultiert natürlich aus Punkt zwei. Ich möchte dieses Haus besitzen. Ich möchte es kaufen, bevor es jemand anderes tut. In Spitzenzeiten konnte man beim Immobilienverkauf bis zu 15% höhere Gewinne erzielen. Statistiken zeigen, dass gestagte Immobilien eine kürzere Verkaufszeit aufweisen"

Hauser-Immobilienberatung: "Ich verstehe und was passiert genau bei einem Home Staging?" Dorothee: "Das Vorgespräch und die Besichtigung der Immobilie, also das Erstgespräch, sind bei mir immer kostenlos. Dann entwickle ich für den Eigentümer einen Maßnahmenkatalog, der wichtig für ein erfolgreiches Home Staging ist." Hauser-Immobilienberatung: "Was meinst du mit Maßnahmenkatalog?"

Dorothee: "Ein Maßnahmenkatalog zeigt auf, welche Arbeiten gegebenenfalls vom Eigentümer noch vorbereitet werden müssen. Zusätzliche Maßnahmen können z.B. sein: das reinigen der einzelnen Räume und Fenster, kleinere Reparaturarbeiten (wie Glühbirnen wechseln oder Türgriffe befestigen) oder Renovierungsmaßnahmen wie zum Beispiel Maler- und Bodenbelagsarbeiten (bei starken Gebrauchsspuren). Diese Arbeiten können vom Verkäufer selbst ausgeführt oder organisiert werden, oder aber der Home Stager übernimmt die gesamte Koordinierung." Hauser-Immobilienberatung: "Gut, das erschließt sich. Das rate ich meinen Verkäufern auch immer, damit der erste Eindruck schon mal stimmt. Wie geht es dann weiter?"

Dorothee: "Dann kommt das eigentliche Staging. Antransport von Möbeln und Dekoration, Einrichtung aller Räume mit Möbeln (wenn möglich und vorhanden auch Außenbereiche), Wohnaccessoires wie Bilder, Dekorationsartikel, Teppiche, Kissen usw. Eine ausreichende Lichtversorgung (Anbringung von Lampen/Stehlampen/anderen Lichtquellen, ein guter Raumduft. Das herrichten einer wohnlichen und gemütlichen Atmosphäre eben." (Dorothee lächelt) "Dann kommt die digitale Weitwinkelfotografie für das Exposé und in der Regel dann nach 3 Monaten Mietlaufzeit, das Ausräumen und der Abtransport." Hauser-Immobilienberatung: "Ich sehe mich quasi schon bei Kerzenschein und Kaffeduft auf dem Sofa sitzen. Aber sag mal, wenn gestrichen und renoviert wird und das Objekt wieder mit Möbeln dekoriert ist, vertuscht der Verkäufer dann nicht auch eventuell Schäden oder Mängel?" Dorothee: (wird ernst) "Das passiert auf keinen Fall. Als Mitglied des Berufsverbandes DGHR (Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign) und der Staging Community habe ich mich diesem Codex verschrieben. Ein Verstoß führt zum sofortigen Ausschluss. Außerdem bin ich als Mitglied des Berufsverbandes verpflichtet, eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben. Darauf und auf Vertragssicherheit sollte man unbedingt bei der Beauftragung eines Home Stagers achten."

Hauser-Immobilienberatung: "Das klingt super und sehr seriös. Allerdings ist es ja auch sehr viel Aufwand, den du da betreibst. Was kostet ein Home Staging denn dann ?"

Dorothee: "Ja, hinter einem Home Staging steckt auch Arbeit. Die Kosten eines Stagings setzen sich zusammen aus Transportkosten, Anzahl der Stagingtage plus der Vor- und Nachberatungszeit und dann noch die Kosten der Möbelmiete. Daher lässt sich ein Preis schwer pauschalisieren. Sicher ist, um diesen Teil mit einem Zitat von Barb Schwarz abzuschließen: Die Kosten eines Homes Stagings sind immer niedriger als die erste Preisreduktion der Immobilie."

Hauser-Immobilienberatung: "Ich verstehe. Es hängt an unterschiedlichen Faktoren des Objektes in welche Richtung sich der Preis bewegt. Das ist verständlich. Wer ist Barb Schwarz?"


Dorothee: " Barb Schwarz ist Amerikanerin und sie hat das Home Staging erfunden. In den Siebziger Jahren arbeitete sie an verschiedenen Broadway-Theatern und versuchte sich gleichzeitig ein Standbein als Immobilienmaklerin aufzubauen. Sie war entsetzt über den schlechten Zustand der Häuser und Wohnungen, die sie verkaufen sollte und suchte nach Möglichkeiten, ihre Kunden zu überzeugen, die Immobilien bestmöglich für einen Verkauf vorzubereiten.

Sie verglich die Struktur eines Theaters mit der einer Immobilie:

Die einzelnen Akte eines Theaterstückes verglich Sie mit den Räumen des Hauses. Jeder Akt/Raum hatte sein eigenes Bühnenbild entsprechend seiner Funktion. Die Immobilie selbst war die Bühne, in der das Theaterstück stattfinden sollte und Barb Schwarz sah sich als Regisseurin des gesamten Stückes. Der Verkäufer oder Besitzer der Immobilie war der Produzent, der das Theaterstück mit größtmöglichem Gewinn auf den Markt bringen wollte, die Käufer waren das Publikum. Ihnen musste die Inszenierung gefallen. Diesen gesamten Gedankenprozess fasste Barb Schwarz in einen Begriff zusammen: Home Staging. Zusammengesetzt aus den Wörtern Home (Zuhause) und Staging (von Stage: die Bühne) bedeutete es also nichts anderes als das Zuhause für den Verkauf auf die Bühne zu stellen. In Deutschland verwendet man mittlerweile ebenso häufig den Begriff: Immobilienpräsentation, jedoch wird als Berufsbezeichnung noch fast ausschließlich der Begriff des ‚Home Stagers‘ verwendet." Hauser-Immobilienberatung: "Liebe Dorothee, ich danke dir sehr für diese ausführlichen und sehr informativen Einblicke in das Thema Home Staging und freue mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir darüber zu sprechen."


Stefanie Hauser Dorothee Runnebohm

Hauser-Immobilienberatung Home Staging - Redesign - Einrichtung

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